Wahnsinn mit Unhappy End
Turbine vergibt in Überzahl den Sieg +++ T2 mit verdientem Remis gegen Lieskau +++ Erneute Niederlage für die Dritte
Ein Spiel für die Landesliga-Geschichtsbücher sahen die über 80 Zuschauer am Samstag zwischen Turbine und dem SC Naumburg. Wobei die Partie aus blau-weißer Sicht eher ins Schwarzbuch des Felsens aufgenommen werden müsste ... Bevor der Wahnsinn nach 53 Minuten langsam begann, um in der Nachspielzeit seinen Höhepunkt zu erreichen, hatten die Felsenjungs die Partie spielerisch und auch chancenmäßig weitestgehend unter Kontrolle. Was fehlte, war der Ertrag oder ein (noch) nicht scharf gestelltes Visier. Besser machte es auf der Gegenseite Bastian Hanisch, der zu frei stand und den Ball mit dem ersten Schuss der Gäste schick ins Eck zum 0:1 schlenzte. Wenig später musste Marlon Köppe Kopf und Kragen riskieren, um das Spiel nicht völlig auf den Kopf zu stellen. Auf der Gegenseite lupfte Moritz Alicke die Kugel an die Latte. Halbzeit, genug Zeit, das Spiel noch zu drehen. Die Felsenjungs behielten die Kontrolle, die dem Spiel aber nach und nach verloren ging. Nach 53 Minuten musste Solivani mit Gelb-Rot vom Platz. In Überzahl dreht Turbine das Spiel: Erst netzt Elias Kindl zum Ausgleich ein (65.), dann wird Wesam Albsharat freigespielt, der nach 70 Minuten auf 2:1 stellen konnte. Verdiente Führung, Überzahl und scheinbar alles im Griff. Doch Minute 71 sollte alles ändern. Naumburg reklamierte ein Foulspiel, das dem Treffer vorausging - durchaus nachvollziehbar, aber nicht gepfiffen. Auf mehrfach Gelb wegen Meckerns folgte zweimal Gelb-Rot für die Domstädter. Was der Unparteiische verbal vernommen hatte, bleibt unklar. Im Spiel 11 gegen 8 warf Naumburg alles rein und vergaß Turbine die Grundlagen des Fußballspielens. Scheinbar hatten die vielen Karten den Felsenjungs den Stecker für die Spielideen gezogen, denn mit der Überzahl konnte Turbine überhaupt nichts anfangen. Die Karten konnte der Schiri leider nicht mehr zurück nehmen, um wieder 11 gegen 11 spielen zu lassen. Denn das hatte bis dahin besser funktioniert. Und so musste kommen, was eigentlich nicht ging. Eine slapstick-Einlage beschert Naumburg den Ausgleich und T1 das Kacktor des Jahres. Turbine spielt den Ball hinten rum, Marc Hesse wird von Junior Moussa beim Rausschlagen wild angelaufen. Der Ball trifft Moussa und der Abpraller landet als Bogenlampe aus 20 Metern im Netz. Mehr Irrsinn geht nicht, mehr "Selbstzuschreiben" aber auch nicht. Der Rest ist Jubel bei Naumburg und Leere bei Turbine ...
Stabiler war hingegen über 90 Minuten gesehen der Auftritt der 2.Mannschaft gegen die stark in die Saison gestartete LSG Lieskau. T2 beeindruckt die LSG mit hohem Pressing und einem verwandelten Strafstoß durch Gerald Brülls (17.). Die agressive Spielweise brachte nur in Sachen Chancen zu wenig Ertrag. Und wie schon in den letzten Wochen sollte sich das auf der Gegenseite rächen. Erst schlenzt Kube den Ball ins Netz (28.), dann köpft Matthias zur 1:2-Gästeführung ein (42.). Doch Im Gegensatz zu den beiden letzten Auftritten kommt Turbine zurück. In der 52.Minute landet ein Julius-Kahle-PingPong-Ball abgefälscht zum Ausgleich im Netz. Es hätte noch besser kommen können, doch ein Strafstoßpfiff nach Foul an Gregor Reinemann wurde wieder einkassiert. Abseits wurde gesehen, wenn auch zuvor nicht angezeigt. Etwas merkwürdige Entscheidung mangels VAR und fehelndem Headset. Beide Mannschaften "einigten" sich in der Schlussphase auf Remis und konnten ganz ordentlich damit leben.
Schwer bleibt es hingegen für unsere 3.Mannschaft in der Stadtoberliga. Rotation kann in der ersten halben Stunde nach Eckstößen zweimal unbedrängt verwandeln und eine 2:0-Führung mit in die Pause nehmen. Nach einer knappen Stunde kann die Rotte nach zwei unglücklichen Torwartaktionen auf 4:0 erhöhen, um kurz vor Ende das 5:0 zu erzielen.
Fotostrecke Turbine Halle vs. SC Naumburg
Fotostrecke Turbine Halle II vs. LSG Lieskau